Aus der Not geboren

Wie es immer so ist, wenn, dann kommt alles auf einmal. Mein Mann wurde unbegründet und genau genommen nicht fristgerecht gekündigt. Wir haben uns entschieden dagegen nicht vorzugehen, es kostet zuviel Nerven, Zeit und vor allen Dingen Geld. Zumal es im Sicherheitsdienst immer Arbeit gibt. Es stand noch der Arbeitslohn für Januar aus, dieser hätte spätestens heute auf seinem Konto sein müssen. War er nicht. Uns schwante nichts gutes, wir hatten sowieso schon kein gutes Gefühl, auch wegen der gesamten Vorgeschichte. Leider bewahrheitete sich unser schlechtes Gefühl. Der Einsatzleiter hatte veranlasst, dass der Lohn nicht ausbezahlt wird. Der Grund, die bisher nicht zurück gegebene Unternehmensbekleidung. Ausgemacht war, dass diese per Post zugesendet wird. Nur, ohne Geld wird das schwer. Zusätzlich macht sich bemerkbar, dass mir vom Arbeitsamt anteilig ALG gestrichen wurde, weil ich während der Krippenschließzeit ja nicht verfügbar bin für potentielle Arbeitgeber (ich hatte darüber schon geschrieben). Heute hätten wir, nach Lohneingang einkaufen wollen.

Einkaufen war damit logisch gestrichen. Glücklicherweise kann die Gewitterhexe in der Krippe essen, so dass es „nur“ darum ging, wie wir über die Runden kommen, bis dann mein und sein ALG (und dann irgendwann mal der Lohn da ist).Auf meinem Konto hatte ich noch 5€, zumindest Brot und Butter hätte man davon noch bekommen. Ist nicht so, dass ich nicht schon wochenlang von Toast mit Butter und Senf gelebt hätte. Irgendwie wäre es wohl gegangen. Vielleicht.

Einen Anwalt haben wir natürlich eingeschaltet. Dieser ist auch schon tätig geworden. Dass das ganze Verhalten total unverhältnismäßig ist, muss man nicht erwähnen.

Irgendwie mussten wir dann doch noch etwas essen und während mein Mann die Gewitterhexe von der Krippe holt (den Auffahrunfall vor zwei Wochen hatte ich erwähnt? Ein Glück, dass Austauschmietwagen immer voll getankt übergeben werden), durchsuche ich unsere restlichen, spärlichen Vorräte. Heraus gekommen ist, ein erstaunlich gutes, Gemüse-Risotto.

Zum Glück kann ich kochen und habe immer irgendwas brauchbares im Haus. Und habe vorsorglich mehr gekocht, so dass ich etwas einfrieren kann. Auch wenn ich sehr hoffe, nicht so schnell wieder in eine solche Situation zu kommen.

Passend zum Thema Sicherheitsdienste bzw. Abzocke und Betrug in dieser Branche: diese Doku der ARD.

Dank einer Freundin müssen wir uns keine Gedanken machen. Sie sendete mir Geld, so müssen wir uns wenigstens keine Sorgen ums Essen machen. An dieser Stelle nochmals allerherzlichsten Dank! Es sind solche Situationen, in denen man merkt, wer wirklich Deine Freunde sind. Wer Anteil nimmt, was auch so wichtig ist, zu wissen, dass da jemand zuhört. Danke an Euch, ich bin froh, dass es Euch gibt und dass Ihr es mit mir aushaltet! Und Ihr könnt sicher sein, dass ich genauso für Euch da bin!

21 Kommentare zu „Aus der Not geboren

    1. Ja, Gott sei Dank. Der Großteil vom Lohn ist mittlerweile da. Dennoch führen die sich auf, als wären sie im Recht. Will gar nicht wissen, wie oft die mit der Masche durchgekommen sind. Dadurch, dass meine Freundin mir was gegeben hat, hab ich auch bisschen was in der Hand bis ALG kommt. Aber eine Scheissangst war das, das sag ich Dir.

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      1. Gott sei Dank! Puuuh.
        Das ist wirklich frech.
        Hat der AG schonmal was von Fürsorgepflicht gehört?
        Ich würde mich was schämen!!
        Wie manche Leute noch in den Spiegel schauen können frage ich mich immer wieder…

        Na klar.. in der Situation weiss man ja erstmal gar nicht, was man machen soll.
        Man kann ja nicht einfach zur Polizei gehen und sagen: „Können Sie uns Geld geben?“

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      2. Vor allem derjenige hat selbst ein Kind…da kannste nix mehr zu sagen. Den meisten AG ist Fürsorgepflicht egal. Denen ist auch egal, dass man von dem, was sie zahlen meist eh grad so überleben kann (auch ohne Kind). Hauptsache sie haben einen dicken Geldbeutel. Wird auch immer schlimmer, besonders in der Branche meines Mannes.

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      3. Ich glaube, dass ist leider heutzutage überall so.
        HAUPTSACHE ICH steht doch in dicken Lettern an jedem Konzern.
        Im Alltag und im allgemeinen zwischenmenschlichen Miteinander gibt es ja ebenso schon lange keine wirkliche Fürsorge mehr…

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      4. Erschreckenderweise hat die Menschheit immer noch nicht kapiert, dass es nur miteinander geht.
        Konzerne, naja, Thema für sich. Leider gibts kaum noch kleinere Unternehmen. Mich haut das ganze grad so dermaßen aus der Bahn. Ist leider nicht das erste Mal, dass wir sowas erleben.

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      5. Im Gegenteil… ich finde so viel Eigenbrödlerei und Egoismus wie momentan gab es noch nie. (Sofern ich das in meinem relativ jungen Leben beurteilen kann.. )
        Ich persönlich erlebe so gut wie nie einfach mal kleine, nette Gesten. Das fäng damit an, dass mir weder mal jemand die Tür aufhält, wenn ich mit Buggy durchbugsiere, oder MICH mal jemand beim Einkaufen vorlässt, wenn ich nur 3 Teile habe und mit weinendem Kind in der Schlange stehe.
        Vom Umgangston will ich gar nicht anfangen…

        Oh Shit…
        Lass Dich nicht aus der Bahn werfen!
        Es ist nichts gegen euch persönlich!
        Der Typ ist offenbar einfach ein WI…. und ihr seit leider zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen. Das wäre jedem anderen auch so gegangen..

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      6. Oder mal hilft, wenn man Einkäufe einpackt mit schlafendem Kind in der Trage… Egoismus wird immer schlimmer, sehe ich auch so. Und der Schein, der nach aussen bewahrt werden muss, wird auch immer wichtiger.
        Doch, ist was persönliches, leider. Mein Mann ist nicht nach seiner Pfeife getanzt und war nicht unendlich dankbar, dort arbeiten zu dürfen.

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      7. Mehr Schein als sein erlebe ich ja live in bunt und Farbe in meiner Schwiegerfamilie… da brauch ich gar nicht lange zu suchen.

        Ich habe es sowas von satt, in so einer abgestumpften, egoisten Gesellschaft zu leben.
        Ich werde mich nicht nach unten hin „anpassen“ und wenn ich der letzte freundliche Mensch auf der Welt bin.
        Ich hatte letzte Woche eine Begegnung der 3. Art mit einem Polizisten – so ein Mensch ist mir wirklich selten untergekommen.
        Ich habe ihn im Gespräch mehrfach gebeten, seinen Ton mir gegenüber anzupassen und habe schlussendlich eine Beschwerde an die Kreisbehörde geschrieben.
        So respektlos bin ich wirklich lange nicht behandelt wurden.
        Und da fängt es ja schon an… Wenn selbst die Polizei schon soweit ist….? Gute Nacht, wirklich wahr.

        Wie lange hat Dein Mann denn dort gearbeitet?
        Und ist er mit seinen Kollegen klar gekommen?

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      8. Bei der Polizei ist unterschwellig unglaublich viel Frust. Und das bekommen oft Unbeteiligte ab.
        Er war drei Monate da, bis auf einen (alten) Kollegen hat er sich mit allen verstanden. Der Einsatzleiter hat ihm im Vorstellungsgespräch Honig ums Maul geschmiert und dann so ein Dreck. Bisher haben wir die fehlenden 400€ immer noch nicht bekommen.

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      9. Da fühlt man sich echt wie ein Stück Dreck, wenn man von einem Polizisten so behandelt wird, weil der vielleicht schlecht gesch… hat an dem Tag.
        Ich werde zwar nichts damit ändern, aber ich musste das einfach aufschreiben und an die Polizei schicken. Die haben extra auf der Homepage eine Lob-/Tadelecke zu ihren Einsätzen.
        Und wenn es nur dafür gut ist, dass er Papierkram hat und sich darüber ärgert.

        Oh nein… fehlt IMMER NOCH was?
        Mit welchem Argument behalten die dass denn noch ein?
        Gibt es da keine Frist?
        Was sagt der Anwalt?

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      10. Naja, wenn Du in der Betrugsprävention einen Anruf von einem Kommisar bekommst, der in Bezug auf einen bekannten WK-Betrüger warnen will und dann selbst sagt, er hat langsam keine Lust mehr auf den Mist, dann weisste auch Bescheid. Von dem ab, was ich mit B-Pol bei meinen beiden Eisenbahnverkehrsunternehemen erlebt hab, wunderts mich eigentlich, dass da keiner Amok läuft. Das ist mehr als nur mal schlecht geschlafen. Beschweren kannst Dich natürlich trotzdem, ab und an darauf hinweisen, dass nicht alle schlecht sind, hilft auch.
        Mittlerweile ist es da. Wurde einbehalten wegen angeblich ausgehändigtem Dienstausweis und der Dienstkleidung (die an sich nix wert ist). Alles zugesendet und bzgl Ausweis eine eidestattliche Versicherung, dass sowas nie ausgehändigt bzw. dafür unterschrieben wurde. Was immer noch nicht da ist, ist die Arbeitsbescheinigung fürs Amt, aber die ging wohl gestern in die Post. Eine Rennerei. Anwalt hatte gemeint, dass das so oder so rechtlich grenzwertig und ohnehin unverhältnismäßig ist. Durch ihn konnten wir ja zumindest erreichen, dass der größere Teil ausgezahlt wird.

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      11. Was ist denn ein WK-Betrüger?
        Hast Du beruflich mit der Betrugsprävention zu tun gehabt?

        Ich habe Rückmeldung bekommen und der zuständige Kommissar möchte gerne am Wochenende mit mir telefonieren. Sehr gerne.

        Oh man, was für eine Story.
        Ich drücke euch die Daumen, dass ihr beim nächsten Job mehr Glück habt ✊
        Habt ihr die Anwaltskosten über eine Rechtsschutz laufen lassen oder musstet ihr die auch noch bezahlen?

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      12. WK-Betrug = Warenkreditbetrug. Ich hab u.a. mit Betrugsprävention zu tun gehabt. Hab schon so viel gemacht in meinem Leben…
        Anwalt geht über Rechtsschutz, sowas haben wir zum Glück.

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