It’s new year intentions not resolutions – die Sache mit Vorsätzen und Vorhaben

Wo ist da eigentlich der Unterschied? Sind Vorsätze und Vorhaben nicht das Gleiche? „Intentions“ und „resolutions“ werden ja auch zum Teil gleich übersetzt. Warum klingt dann das eine irgendwie…dynamischer?

Konnotationen

Das Zauberwort heißt Konnotation. Konnotationen sind Nebenbedeutungen oder bestimmte Verständnisweisen, Assoziationen die mit einem bestimmten Wort verknüpft sind. Das kann kulturell oder emotional beeinflusst sein, manchmal verbinden wir einfach gedanklich etwas mit dem Wort und geben ihm dadurch eine Nebenbedeutung. Konnotationen können daher sehr persönlich sein, manchmal sind sie über die Zeit und die Entwicklung der Sprache in das allgemeine Sprachgut übergehen. Konnotationen können manchmal so stark sein, dass sie die eigentliche Bedeutung des Wortes überschatten. Umgangssprachliche Begriffe sind ein typisches Beispiel dafür. Hier in Bayern werden Jungen (neutrale Bezeichnung) Buben genannt. Und zwar durchgehend, ohne damit etwas anderes zu meinen als ein junges Mitglied des männlichen Geschlechts. Ausserhalb wird Bub gern als kleines Kind oder im Sinne von kindlich (wie in „bubenhaftes Gesicht“) oder kindisch („bübisches Grinsen“).

Das „Gegenteil“ der Konnotation ist die Denotation. Diese beschreibt die neutrale Grundbedeutung eines Begriffes, die, im Gegensatz zur Konnotation, hier nicht durch Nebenbedeutungen beeinflusst wird.

Vorhaben und Vorsätze

Vorsatz ist für mich persönlich nicht unbedingt positiv belegt. „Etwas vorgesetzt bekommen“, also etwas (ungewolltes) auf den Tisch bringen, das ist nichts positives. Einen Vorsatz fassen, das heißt einen Entschluss fassen etwas zu tun, das ist eine ziemlich theoretische Angelegenheit. Vielleicht schreibt man etwas auf, macht einen Plan. Theoretisiert vor sich hin.

Vorhaben, das klingt wesentlich praktischer, mehr nach anpacken und umsetzen, weniger nach Theorie. Wenn ich etwas vorhabe, dann führe ich das durch . Es klingt mehr nach Aufbruch und Handeln, als der pure Vorsatz, welcher durchaus der Beginn eines Vorhabens sein kann.

Aber letztendlich doch wurscht, oder?

Wie man an der Überschrift sehen kann, ziehen sich diese scheinbar widersprüchlichen Bedeutungen beziehungsweise Nebenbedeutungen auch durch andere Sprachen, beispielsweise Englisch. Welches Wort letztendlich benutzt wird, ist im Grunde ein persönliche Sache (oder Gewohnheit). Allerdings kann man sich selbst damit eben auch ein wenig selbst in die Irre führen, wenn man sich solcher Nebenbedeutungen nicht bewusst ist. Auch wenn es das gleiche meint, auf das gleiche Ergebnis hinaus läuft, so sollten wir doch darauf achten, was uns unsere Wahrnehmung vorgaukeln will. Damit wir uns selbst nicht mit dem Scheitern von Vorsätzen oder Vorhaben in die Nesseln setzen.

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