Du hast keine Macht über mich! – Von der Kraft des Loslassens

„Du hast keine Macht über mich!“ – dieser Satzt stammt aus einem meiner absoluten Lieblingsfilme „Die Reise ins Labyrinth“. Nicht nur, weil David Bowie als Koboldkönig einfach umwerfend, der Soundtrack genial und ich mit Jim Henson und seinen großartigen Puppen groß geworden bin. Der Film hat einige tiefgründige Stellen und dieser Satz ist eine davon. Am Anfang des Films kommt er Sarah nicht so recht über die Lippen, nicht zu letzt, weil sie unfokussiert ist. Am Ende schafft sie es dann doch und kann sich aus der Macht des Koboldkönigs befreien.

Der Satz beinhaltet so unglaublich viel. Nicht nur, dass er eine gewissen Anspielung darauf ist, dass man über all das, dessen wahren Namen man kennt, Macht erlangen kann. Er steht auch für Loslösung und gleichzeitig die Akzeptanz von Dingen, die da sind. Wie der Koboldkönig, der die Macht will und immer wieder versucht sie zu erlangen, das wird sich nie ändern, es ist seine Natur.

Und nun die unrühmliche Überleitung zum eigentlichen Thema

Bevor ich mich in einer Filmanalyse ergebe. Warum ich genau dieses Zitat gewählt habe? Weil Worte Macht sind. Und so sehr sie uns einlullen und beeinflussen können, genauso können sie uns stark machen, uns helfen. Was wir aussprechen, wird wahr.

Jeder von uns kennt es. Es gibt Menschen oder Situationen, Umgebungen (sei es Arbeit oder im privaten Bereich), die uns belasten. Es tut uns nicht gut, wenn wir uns damit auseinander setzen müssen, haben jedoch vielleicht keine Wahl. Nicht immer ist es möglich, sich komplett daraus zu lösen. Um solche Situationen aushalten zu können, uns darin nicht zu verlieren, um nicht (dauernd) verletzt zu sein (oder werden), müssen wir unsere innere Einstellung ändern.

Ja, aber…

Ich kann es hören, die Frage „Ja, aber warum denn wir, wenn die anderen doch so sind?“ Ganz einfach:Wir können nur uns ändern. Und wir können eine Änderung im Aussen eher herbei führen, wenn wir zunächst uns im Inneren ändern. Ja, ich höre euren inneren Widerstand. Ihr denkt, so ein Unfug, ich mache doch nichts falsch? Ich habe nichts zu dieser Situation beigetragen, also warum soll ich meine Einstellung ändern?

Ganz einfach, weil mit Mauern und Türen verschließen nichts einfacher wird. „Silence is a heavy stone“ sangen schon Manowar (ja, surprise, ich höre Metal) und sie haben Recht. Besonders dieses unangenehme Schweigen, dieses bedrückende, ausgrenzende, trotzige Schweigen, ist wahnsinnig schwer zu ertragen. Es bringt betretene Blicke beim zufälligen Treffen in der Teeküche mit sich. Es lässt uns allein beim Mittagessen sitzen. Wir gehen in eine Vermeidungshaltung, wir wollen den Menschen, die Situation tunlichst umgehen. Und schränken uns damit ein.

Daher nochmal: Damit sich etwas ändern kann, müssen wir unsere Einstellung ändern. Und selbst, wenn sich nichts im Außen ändert, so wird es doch für uns wesentlich ertragbar.

Ja, und wie nun? 

„Du hast keine Macht über mich.“ sprecht es mal laut aus. Denkt an die Situation, denkt an die Worte, die Euch verletzt haben. „Du hast keine Macht über mich.“ Irgendwo, ganz tief drinnen, wird etwas gelöst. Und je öfter wir uns das vergegenwärtigen, dass nicht die Situation, nicht dieser Mensch über uns bestimmt, sondern nur wir ganz allein. Wir sind nicht fremdgesteuert, fremdbestimmt. Wir können uns selbst aus einem Gefüge lösen und trotzdem einer Situation immer wieder begegnen.

Sind wir uns erstmal klar darüber, dass wir selbst die Zügel in der Hand haben, bringen wir eine Distanz zwischen uns und das was geschieht. Und damit geben wir uns selbst die Möglichkeit, das Ganze mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Wird das Blickfeld größer, können sich Details zeigen, die uns vorher verborgen blieben.

Es wird uns dennoch natürlich immer wieder passieren, dass Menschen so tun werden, als wäre nichts gewesen. Als hätte die Situation nie gegeben. Auf unserem alten Standpunkt würde uns das wieder verletzen. Erkennen wir doch an, dass wir dies nicht ändern können und es gleichzeitig eben auch keine Macht über uns hat, ermöglicht uns dies, uns eben nicht überwältigen zu lassen. Wir können offen und freundlich bleiben, wir müssen uns nicht verschliessen. Dies erleichtert nicht nur den Umgang miteinander, wir legen auch eine große Last ab.

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