Metta und Gleichmut im Alltag mit Kind

Ich muss zugeben, es fällt mir gerade sehr sehr schwer zu schreiben. Mein Thema hängt mit dem Aufeinanderprallen unterschiedlicher, ich nenne es mal zwangsläufig so, Erziehungsstile und den Gedanken, die ich mir darum mache zusammen. Nur ist es schwierig die eigenen Eindrücke und Gedanken zu schildern, ohne zu werten. Denn nach wie vor ist es meine Ansicht, dass jeder für sich den Weg finden muss, der gegangen werden soll. Wertungen stehen mir (und anderen) nicht zu.

Nach einigem Überlegen kann ich das Erlebte in zwei Punkten zusammen fassen:

1. Kinder brauchen Liebe, um zu wachsen. Bedingungslose Liebe, metta eben, keine Liebe, die an Bedingungen wie „wenn Du brav bist…“ oder „wenn Du dieses oder jenes tust…“ geknüpft. Ihnen steht Liebe ohne Bedingungen zu, sie müssen sich nichts verdienen. Besonders dann, wenn sie besonders „schwierig“ sind, unleidlich, „bockig“, trotzig oder sonst irgendwie nicht so, wie es wir Erwachsenen gerne hätten, gerade dann müssen wir unsere Herzen öffen (und dies auch wollen) und ihnen die Liebe geben, die sie brauchen. (Ich mag an dieser Stelle anmerken, dass trotzen in meinen Augen ein bewusstes Handeln wider besseren Wissens ist, was bei einem Kleinkind in vielen Punkten wohl kaum erstmal gegeben sein wird.) Wir sollten daran denken, dass alles ein Lernprozess ist und dass unsere Kinder nur, wenn wir ihnen bedingungslos unsere Liebe schenken, an ihren Herausforderungen wachsen und reifen können.

2. Um bedingungslos lieben zu können, müssen wir gleichmütig sein. Es wird nicht möglich sein, ohne Wenn und Aber unsere Kinder beim Aufwachsen zu begleiten, wenn wir bei jedem Essen daran denken, dass wir wohl wieder mehr Wäsche haben werden. Oder uns darüber ärgern, dass das Kind (schon wieder) nachts so oft wach wird. Oder, wenn es bereits ein Kleinkind ist, böse werden, weil es sich nicht an Abmachungen und Versprechen hält und somit nicht brav ist. Gerade letzteres müssen Kinder (verstehen) lernen und das geht nur in dem wir es vorleben. Ihnen keine Vorhaltungen machen. Ihnen, wenn sie stolpern, immer wieder mit einem Lächeln aufhelfen und für den nächsten Schritt stärken. Gleichmut kann man erlernen. Der Alltag wird wesentlich entspannter, wenn man in allem die Fortschritte und den Spaß seines Kindes sehen kann und nicht nur darauf achtet, „was jetzt alles wieder an Arbeit auf einen zukommt“.

Abschliessend kann ich sagen: Manche erziehen ihre Kinder, ich begleite meines beim Aufwachsen. Regeln und gesellschaftliche Konventionen muss man nicht anerziehen, nur vorleben, denn Kinder lernen von dem, was sie täglich bei uns sehen. Und wenn das nicht authentisch ist, dann kommt ohnehin nichts gutes dabei rum.

2 Kommentare zu „Metta und Gleichmut im Alltag mit Kind

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